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Angst-Entstehung

(zu Beispielsschilderung 1)
(zu Beispielsschilderung 2)
(zum Schema "Teufelskreis der Angst")

Normalerweise verfügt jeder Mensch über die Bereitschaft, Angst zu erleben. Ob und wann diese Bereitschaft zu richtiger Angst wird, ist dagegen von Person zu Person unterschiedlich. Einige Menschen verkraften auch Extremsituationen (wie lebensgefährliche Unfälle, Entführungen, Vergewaltigungen, Misshandlungen), ohne anschließend unter vermehrter Angst zu leiden; andere wiederum trauen sich nicht mehr unter Menschen, nachdem sie sich durch eine für andere banal wirkende Bemerkung tödlich gekränkt fühlten. Vermutlich liegt das persönliche Ausmaß an "Angstbereitschaft" teilweise schon bei der Geburt fest ("Temperament"). Dabei ist unter "Angstbereitschaft" die Art und Weise zu verstehen, wie ein Mensch auf neue, ihm unbekannte Reize reagiert (z.B. durch eine Alarmreaktion im Sinne von Angst oder durch neugieriges, vielleicht sogar lustvolles Untersuchen des neuen Reizes).

Ob sich die Angstbereitschaft vergrößert, gleich bleibt oder abnimmt, hängt wesentlich davon ab, wie die wichtigsten Bezugspersonen des Kindes mit eigenen und fremden Ängsten umgehen. Wenn es den Bezugspersonen gelingt, dem Kind Vertrauen in sein eigenes gutes Funktionieren und das Funktionieren der Welt zu vermitteln, wird es möglicherweise zu einem überwiegend mutigen (gelasseneren) Menschen heranwachsen. Handelt es sich dagegen um Bezugspersonen, die selbst mit großer Unsicherheit und Angst auf Neues reagieren, wird dies auch das Kind prägen. Nach heutiger Ansicht erlernen Kinder schon in den ersten Tagen und Monaten ihres Lebens "Kompetenz im Umgang mit Gefühlsregungen". Gelingt es den Bezugspersonen, ein erregtes (ängstliches) Kind zu beruhigen, spürt das Kind, dass sich Erregungszustände regulieren lassen. Ohne eine solche (wiederholte) Erfahrung bleibt es körperlichen Erregungen (Symptomen) möglicherweise lebenslang hilfloser ausgeliefert. Später reichen oft geringfügige Anlässe, um das ohnehin schon hohe Erregungsniveau so weit zu steigern, dass es in massive Angst umschlägt. Dann müssen Ärzte und Therapeuten durch "beruhigendes Einwirken" die Betroffenen gleichsam "nachschulen". In den Familien Angstkranker findet man oft eine regelrechte Angst-Tradition, die sich über mehrere Generationen hinweg erstreckt.

Wenn Menschen mit hoher Angst- bzw. Erregungsbereitschaft nicht gelernt haben, sich selbst zu beruhigen, können auch schon leichtere Reize (Schwindel, Herzrasen, Atemnot,  Muskelschwäche, Kribbeln, Missempfinden, "Kloß im Hals", Schweißausbrüche, schmerzhafte Muskelverspannungen) Angst und Unsicherheit auslösen. Dafür genügen mitunter bereits Hungergefühle (!), kleinere Infekte, innere Anspannung oder schlichtweg Bewegungsmangel, die vom Betreffenden als eigentliche Ursachen nicht erkannt werden. Schnell stellt sich die katastrophisierende Vorstellung ein, schwer erkrankt zu sein, möglicherweise sogar sterben zu müssen oder verrückt zu werden. An dieser Stelle könnten gelassene und Vertrauen spendende Bezugspersonen mitunter den beginnenden Teufelskreis (= Link, bitte anklicken!) noch durchbrechen. Statt dessen werden aber oft Notärzte oder Krankenhäuser bemüht, die der Situation einen noch dramatischeren Anstrich verleihen und die Gefährlichkeit des Geschehens scheinbar unterstreichen. Da die medizinischen Autoritäten in aller Regel die Angst nehmen können (notfalls mit Hilfe einer Beruhigungsspritze), schnappt die Falle zu. Bei erneuten Ängsten werden sich die Betreffenden noch rascher in ärztliche Behandlung geben, zugleich werden sie aber auch immer abhängiger von anderen.

Neben dieser für "psychosomatische" Ängste typischen Entwicklungsgeschichte gibt es auch Ängste, die durch ein Ereignis ausgelöst werden, das bei den meisten Menschen Angst erzeugen würde (Naturkatastrophen, schwere Verkehrsunfälle, Entführungen, Misshandlungen, Vergewaltigungen). Ängste diesen Ursprungs sind meist Teil einer sogenannten posttraumatischen Belastungsstörung.

Der Ursprung mancher Ängste bleibt mitunter auch verborgen, etwa wenn der auslösende Reiz durch Zufall mit einem anderen Angstereignis gekoppelt wurde, ohne dass man sich im Nachhinein daran erinnert. Wer Zeuge eines furchtbaren Unfalls war, kann beispielsweise im weiteren Verlauf seines Lebens auf das Läuten von Kirchenglocken mit starker Angst reagieren, wenn im Augenblick des Unfalls solche zu hören waren. Ähnlich kann sich Angst mit der Farbe rot verknüpfen, wenn ein Unfallauto eine solche Farbe hatte.

Bei Menschen mit hoher Angstbereitschaft tendieren Ängste dazu, sich zu verstärken. Denn diese Personen suchen regelrecht nach Bestätigung ihrer Sorgen. Fast alles war passiert, passt dann in das Angstschema und bestätigt die (scheinbare) Richtigkeit der Angsterwartung. Auch Vermeidung fördert Ängste, da die hilfreiche Erfahrung, Ängste bewältigen zu können, immer seltener wird.

Einige Ängste haben vermutlich eine körperliche Grundlage, beispielsweise die "Blut- oder Spritzenphobie". In solchen Situationen verlieren die Betroffenen oft das Bewusstsein, weil ihr autonomes Nervensystem auf den Anblick mit einer "Notfallreaktion" antwortet (wie sie dem Totstellreflex im Tierreich entspricht). Man vermutet, dass die in diesem Zusammenhang entstehende Phobie weniger mit dem Anblick von Blut- oder Spritzen zu tun hat als vielmehr mit der Angst, das Bewusstsein zu verlieren, im Extremfall zu sterben.

Auch bei Tierphobien (Spinnen, Schlangen, Ratten, Mäuse, Hunde), der Höhenangst (Akrophobie) und der Angst vor engen Räumen (Klaustrophobie) kann man sich vorstellen, dass sie teilweise körperlich (genetisch) verankert sind. Denn in entsprechenden Situationen (Wildnis) können sie durchaus sinnvoll sein und das Überleben fördern. In der oft sterilen modernen Zivilisation, in der viele Kinder Spinnen, Schlangen und Ratten nur noch aus dem Fernsehen oder dem Zoo kennen, lösen solche Ängste oft Unverständnis aus.

Ängste können nicht zuletzt Begleiterscheinungen körperlicher Erkrankungen sein. Manchmal ist der Zusammenhang eindeutig und verständlich (etwa in Form der "Vernichtungsangst" beim Herzinfarkt), manchmal muss man erst sehr gezielt und mit medizin-technischen Hilfsmitteln danach fahnden (etwa bei einer Überfunktion der Schilddrüse oder einer zu Unterzuckerung neigenden Stoffwechsellage). Einige Ängste wollen Betroffene auch nicht wahrhaben (etwa bei einem Drogen- bzw. Alkoholentzug oder dem Absetzen von Beruhigungsmitteln). Schließlich können auch Medikamente Ängste auslösen (etwa Schilddrüsenhormone).

Menschen mit vermehrten Ängsten greifen verhältnismäßig oft zur Zigarette oder zu Süßigkeiten.


 


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